Der ESA-Satellit Gaia hat erstmals Hinweise auf Begleiter in sehr jungen Sternsystemen gefunden – darunter mögliche Planeten, die sich gerade erst bilden. Planeten entstehen in protoplanetaren Scheiben aus Gas und Staub um junge Sterne. Bisher war dieser Prozess nur sehr schwer direkt zu beobachten. Die Raumsonde Gaia misst extrem genau, wo Sterne am Himmel stehen und wie sie sich bewegen. Dabei gelang es jetzt erstmals, auch bei jungen, instabilen Sternen die typischen minimalen Positions- und Bewegungswechsel nachzuweisen, die entstehen, wenn ein für uns unsichtbarer Begleiter (z. B. ein Planet) mit seiner Gravitation an einem jungen Stern „zerrt“. Die Europäische Südsternwarte (ESO) hat basierend auf Beobachtungen mit dem Atacama Large Millimetre Array eine Collage von den 31 entdeckten protoplanetaren Scheiben veröffentlicht. Die vermuteten Positionen der Begleiter sind in Cyan markiert. Unten rechts ist zusätzlich eine Rekonstruktion unseres Sonnensystems abgebildet, wie es vermutlich in einem Alter von einer Million Jahren ausgesehen hat. In Cyan ist die Lage der Jupiterbahn eingezeichnet.
