STATT-Nachlese

Nach dem STATT ist vor dem STATT. Wenige Tage nach unserem Jubiläums-STATT, dem 10., machen wir uns natürlich auch wieder Gedanken, wie es gelaufen ist, wie es von unseren Gästen erlebt wurde; waren sie zufrieden und kommen zum 11. STATT wieder?

Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Natürlich auch für das Wetter, für das wir jedoch nichts konnten. Und wir sehen es ganz realistisch: bei dem großartigen Angebot, das die aktiven Vereinsmitglieder monatelang vorbereiteten, bei den vielen organisatorischen Dingen, die unter Leitung von Matthias Gruhn-Creutzburg, stv. Vorsitzenden des Vereins, bewältigt werden mußten, kam es an einigen Stellen auch mal zu kleinen Problemchen, die – genauso wie die vielen positiven Aspekte – “nachbereitet” werden.

Besonders gefreut hat uns die Resonanz in der Presse oder in Foren. Ein Beispiel an dieser Stelle von Andrea Sittig-Kramer, die als externe Referentin von ihrem Flug mit Sofia berichtete.

Wir danken Andrea genauso wie dem Chefredakteur von Sterne und Weltraum, Dr. Andreas Müller für seinen Vortrag „Das erste „Foto“ vom schwarzen Loch“ sowie den zahlreichen Referenten, die zu dem gewohnt hohen Niveau des STATT beitrugen.

Hier der Kurzbericht von Andrea Sittig-Kramer: https://www.spektrum.de/alias/wunder-des-weltalls/die-milchstrasse-ueber-aktiven-amateur-astronomen-in-sankt-andreasberg/1670514

Barrierefrei Parken und Teleskope ausladen

Endlich wurde dieses Ziel erreicht. Mühselig war der Weg für den Vorstand und unseren Betriebsleiter, der wesentlich dazu beitrug, dass diese wichtige Maßnahme mit Unterstützung durch eine LEADER-Förderung umgesetzt werden konnte.

Jetzt können mobilitätseingeschränkte Mitglieder und Gäste ihr Equipment direkt vom Behinderten-Parkplatz an die Teleskopsäulen schaffen.

Besonders Uli Wiecker, der seit Jahren Mitglied und aktiver Amateurastronom ist, freute sich über diese Erleichterung, die der Bauunternehmer Howanitz nach Vorgaben der Sternwarte umgesetzt hatte.

Es kommen immer mehr Sternfreunde auch mit Rollstühlen oder Rollatoren sowie ihren Teleskopen, die sie nun nicht mehr über 200m vom Parkplatz an der Clausthaler Straße transportieren müssen.

Uli Wieker freut sich über den barrierefreien Zugang direkt vom Auto
Vom Auto bis zur Säule sind es gerade mal 4 Meter

Himmel ohne Barrieren

Unterschiedliche Säulenhöhen ermöglichen jedem den Blick ins Universum
Rollstuhlfahrer können den Parkplatz direkt am Beobachtungsgelände nutzen
Rollstuhlfahrer können den Parkplatz direkt am Beobachtungsgelände nutzen

Anfang September besuchte uns eine Gruppe von Rollstuhlfahrern mit ihren Betreuern aus Leinefelde. Das Team der Sternwarte konnte den begeisterten Besuchern, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, viele Themen rund um die Astronomie näherbringen. “Das Universum hat keine Barrieren”.

Es zeigte sich wieder einmal, wie gut unsere Sternwarte im Bereich Inklusion aufgestellt ist. Nicht nur, dass wir selbst für blinde und sehbehinderte Gäste wichtige und z.T. einmalige Medien einsetzen. Auch für Menschen im Rollstuhl haben wir die Wege bereitet und auch Säulen in unterschiedlicher Größe installiert.

Der seit kurzem fertig gestellte Sonderparkplatz (direkt neben dem Beobachtungsbereich) kann besonders gut von behinderten Amateurastronomen genutzt werden, denn ihr Equipment braucht nur ein paar Meter transportiert werden.

Perseiden und Goldener Henkel

Sternschnuppen locken immer viele Gäste und Besucher an die Sternwarte. Und sie kamen wieder, denn die Bewölkung ging in dieser Nacht (10.8.2019) zurück. Mehr als 50 Gäste aus der Region, Urlauber aus den Niederlanden und Mitglieder unseres Vereins suchten sich mit Stühlen, Luftmatratzen und Liegen ein schönes Beobachtungsplätzchen auf dem Außengelände zwischen und an den Teleskopsäulen. Trauben von interessierten Besuchern (“… das hätten wir nicht gedacht, was wir hier alles zu sehen bekommen …”) standen rund um Teleskope, die Blicke auf den Mond (“Goldener Henkel”), auf Saturn und Jupiter oder die Andromeda-Galaxie ermöglichten. Besonders unterstützt wurde die Veranstaltung durch unsere jungen Mitglieder (Jugendabteilung), die z.B. die musikalische Untermalung, die Betreuung eines Besucherteleskops (Saturn- und Jupiterbeobachtung) oder den Shop-Verkauf übernahmen. Belohnt wurden beonders die Beobachter, die bis nach Mitternacht durchhielten und schon die ersten Meteore der Perseiden am Himmel entdecken konnten.

Viele Besucher nutzten das Angebot der Sternwarte, die Perseiden, Mond  und Planeten zu beobachten.

Der “Goldene Henkel” am Mond war für Stunden gut zu beobachten
Die ersten Besucher sahen den zunehmenden Mond über den Harzer Tannen

Mondlande-Jubiläum

Michael Koch erklärt Kindern in wenigen Minuten, wie die erste Mondlandung ablief
Aktive Jugendarbeit im Verein Sternwarte St. Andreasberg
Attraktion: Kinder starteten die Rakete an der Sternwarte

50 Jahre Mondlandung — besonderes Interesse beim Nachwuchs

Besonders viele Kinder kamen am Sonntag und nutzten das interessante Angebot der Sternwarte wie z.B. Raketenstarts oder kindgerechte Berichte über den Ablauf der Mondlandung. Besonders beliebt war die Aktion der Kinder- und Jugendgruppe der Sternwarte: Joshua Koch hatte Bastel- und Malerbeiten vorbereitet und so manches Kind ging stolz mit einem Erde-Mond-Modell nach Hause.
Für die Erwachsenen gab es zahlreiche Vorträge von Matthias-Gruhn-Creutzburg (stv. Vorsitzender des Sternwartenvereins). Viele Aktive des Vereins halfen mit bei der gelungenen Jubiläumsveranstaltung. Die beliebten Schuhabdruck-Kekse von Neil Armstrong nahmen viele Gäste lieber mit nach Hause anstatt sie gleich zu verspeisen.

Norddeutsches Sternwartentreffen (NST) am 1. Juni in Hermannsburg

Die Idee zum NST entstand vor etwa 10 Jahren durch den Wunsch verschiedener Sternenfreunde aus Tornesch, Neumünster und Lübeck auch andere Einrichtungen zu besuchen, sich dabei besser kennen zu lernen und auszutauschen.

Im Jahr unserer Sternwarteneröffnung (2014) fand das NST in der Sternwarte St. Andreasberg statt.

Beim diesjährigen Treffen in Hermannsburg gab es wieder zahlreiche Berichte von Verantwortlichen und Aktiven vieler norddeutscher Sternwarten. Auch unser Beitrag fand große Beachtung, denn die Aktiven unseres Vereins konnten stolz über das bisher Erreichte berichten. So versuchte der Vorsitzende Utz Schmidtko, die Kolleginnen und Kollegen anderer Sternwarten für die Idee zu gewinnen, in Norddeutschland ein Zentrum für Astronomie – ähnlich wie in Heidelberg und München – entstehen zu lassen.

Der Vorsitzende Utz Schmidtko informierte ca. 40 Teilnehmer norddt. Sternwarten (Foto: Michael Schomann)

Sonniges Pfingstwochenende

Astroabend in der Sternwarte wieder ausgebucht

Freitag: Astroabend mit einem informativen Beitrag von Reinhard Görke, der im voll besetzten Vortragsraum der Sternwarte St. Andreasberg den Gästen, die z.T. aus Hannover angereist waren, astronomische Ereignisse und Beobachtungsmöglicheiten vermittelte. Im Anschluß daran startete Utz Schmidtko eine Veranstaltungsserie mit dem Titel: Dunkle Orte im Harz. Eine Nacht im Kloster Walkenried war der Auftakt.
Am Sonnabend kamen viele Eltern mit Kindern und konnten durch unser Spezialteleskop die Sonne mal genauer (und ungefährdet) betrachten. Dabei weisen die Fachleute der Sternwarte immer wieder hin, dass Menschen nie mit einfachen Optiken in die Sonne schauen dürfen.

Eine (kurze) Nacht im Kloster Walkenried
Sonnenbeobachtung mit Spezialteleskop für Erwachsene und Kinder am Pfingstsonnabend

Besonderes Vortragsangebot

Wieder ein gut besuchtes Vortragswochenende in der Sternwarte. Der Vortragsraum war am Astro-Freitag wieder bis auf den letzten Platz besetzt.

Reinhard Görke begann das Programm mit seiner monatlichen Vorschau auf astronomische Ereignisse im Mai. Danach folgte ein toller Beitrag aus unserer „Jugendabteilung“. Die Schülerin Anastasia Friese, die zum ersten Mal in diesem Rahmen einen Vortrag hielt, berichtete von einer besonderen und einmaligen Wolkenformation auf dem Planeten Saturn, dem sog. Saturn-Hexagon. Die begeisterten Gäste applaudierten nach dieser gelungenen Premiere.

Anastasia Friese, Schülerin und Referentin unserer astronomischen Jugendabteilung

Am Sonnabend nahm dann  Andrea Sittig-Kramer, Lehrerin aus Uelzen, die Zuhörer mit auf einen außergewöhnlichen Flug. „Ich durfte mitfliegen“war der Vortrag überschrieben. An Bord eines umgebauten Jumbo-Jets befand sich ein großes Spiegelteleskop, das in 14 000m Höhe im Rahmen des SOFIA-Programms Aufnahmen von Himmelsobjekten machte. Ein spannender Beitrag von Andrea Sittig-Kramer, den unsere Gäste bei unserem Jubiläumsteleskoptreffen (10. STATT)  noch einmal hören können.

Andrea Sittig-Kramer nahm die Zuhörer mit auf ihren Flug mit SOFIA

Abschluss des Astrowochenendes  bildete ein immer wieder interessantes Raumfahrtthema unseres Referenten Matthias Gruhn-Creutzburg: „Technik der Apollo“. Es war der Auftakt zu unserer Reihe zum 50jährigen Jubiläum der Mondlandung.

Sternwarte to go

Unser Referententeam bietet nicht nur vor Ort in den Räumlichkeiten der Sternwarte besondere Präsentationen und Vorträge. Immer öfter kommen Anfragen von Institutionen (z.B. TU Clausthal science on the rocks oder das Kloster Walkenried). Eine Seniorenresidenz in Hannover organisierte vor wenigen Tagen eine Veranstaltung, in der Utz Schmidtko Polarlicht-Impressionen präsentierte. Viele der Anwesenden waren so begeistert, dass sie am liebsten im Herbst mit nach Tromsö fliegen möchten. Ein Besuch einer Senioren-Gruppe in unserer Sternwarte ist in Planung.

Der Referent nahm fast 100 begeisterte Senioren mit auf seine Polarlichttour

Frühlingszeit ist Galaxienzeit im Harz!

Frühlingszeit ist Galaxienzeit im Harz!

Die Spiralgalaxie NGC 4725 im Sternbild Haar der Berenice ist nicht nur schön anzuschauen, sie weist auch noch eine Besonderheit auf: Im Gegensatz zu den meinsten anderen Galaxien hat diese nur einen einzigen Spiralarm. Das balkenförmige Zentrum zeigt mit seiner gelblichen Färbung, dass es sich hier um eine ältere Sternpopulation handelt.

NGC 4725 befindet sich in einer Entfernung von 41 Millionen Lichtjahren.

Mit im Bildfeld ist NGC 4747, die in Wechselwirkung der Gravitationskräfte mit NGC 4725 zu langen Gezeitenschweifen auseinandergezogen wurde.

Unserem Mitglied und Astrofotografen Olaf Finger gelang diese Aufnahme in nur einer Nacht vom 01. auf den 02. April. Die Aufnahme zeigt zudem im Hintergrund zahlreiche Galaxienhaufen im tiefen Universum 100te Millionen bis Milliarden von Lichtjahren hinter den Vordergrundgalaxien. Die Bedingungen für DeepSky Fotografie sind an unserem Standort in Sankt Andreasberg durch die Höhe und den lichtgeschützten Ort einzigartig in Norddeutschland.


Ort: Sternwarte Sankt Andreasberg, Säule 5
Aufnahmezeit: 01.04.2019
Mondalter: kurz vor Neumond

Aufnahmedaten:
Luminanz 42*120s
Rot 43*120s
Grün 43*120s
Blau 45*120s

Integrationszeit: 5h 46min
Sensor Temperatur: -20°C

Bearbeitungsprozess:
THELI: Datenreduktion, Astrometrie, Stacking, Künstliches Luminanzbild (mean) aus L+R+G+B, Farbkalibrierung (APASS Katalog)
CCDSharp: Deconvolution
Fitswork: LRGB-Bild Kombination, Stretching, Farbkontrast Anpassung.

Ausrüstung:
200/800 Selbstbau-Newton auf Losmandy G-11
QSI 660 wsg mit Astronomik LRGB Type 2c Filter, GPU Korrektor
Off-axis Guiding mit SBIG St-i
Guidingsoftware: PHD2
Aufnahmesoftware: Sequence Generator Pro