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Webseite in neuem Design

Liebe Sternenfreunde,

seit einiger Zeit hatten wir den Plan, die Webseite der Sternwarte Sankt Andreasberg zu überarbeiten. Nach viel Arbeit und reichlicher Unterstützung erstrahlt diese nun in neuem Design. Die Inhalte wurden neu strukturiert und das Design für mobile Geräte angepasst.

Die Überarbeitung ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Einige Inhalte werden noch übertragen und die Barrierefreiheit weiter verbessert.

Über Lob, Kritik und Verbesserungswünsche über die Kommentarfunktion oder per E-Mail würden wir uns sehr freuen.

Liebe Grüße,

der Webmaster

Ich war noch niemals auf Saturn

Eine Reise durchs Universum, spannend, humorvoll, ohne aus dem eigentlichen Buch vorzulesen – frei und anschaulich erzählt. So funktionierte Michael Büker den vollen Veranstaltungsraum der Sternwarte Sankt Andreasberg in ein Raumschiff um und nahm die Zuhörer bei der Lesung mit auf eine zweistündige Reise weg von unserem Heimatplaneten. Vorbei an den Planeten unseres Sonnensystems ging es bis in weite Galaxien. Ich war noch niemals auf Saturn (so der Buchtitel), konnte am Ende keiner der Mitreisenden mehr behaupten.

Abgerundet wurde der Astroabend der Sternwarte Sankt Andreasberg durch den Vortrag von Reinhard Görke, der die Gäste darüber informierte, was sie im Monat Juni am Himmel sehen können.

Michael Büker liest aus „Ich war noch niemals auf Saturn“
Michael Büker liest aus „Ich war noch niemals auf Saturn“
Michael Büker liest aus „Ich war noch niemals auf Saturn“
Michael Büker liest aus „Ich war noch niemals auf Saturn“
Michael Büker liest aus „Ich war noch niemals auf Saturn“
Michael Büker liest aus „Ich war noch niemals auf Saturn“

So ein Himmel…

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie wenig Menschen unseren Sternenhimmel kennen und kaum darüber Bescheid wissen, was in dem großen Universum über dem Staubkörnchen Erde zu entdecken ist.

Sonnabendnacht stand  eine etwa zehnköpfige Gruppe von Mountainbikern an unserem Teleskop und niemand wusste, dass der helle Stern im Südwesten der Planet Jupiter ist. (Da kann ich ja die Monde und sogar Streifen sehen!!!)

Verwundert hatten sie eine halbe Stunde vorher ein hell leuchtendes Objekt, das seine Bahn von Westen nach Osten (oft dreimal hintereinander exakt alle 95 min.) über unsere Sternwarte zog, gesichtet. Das konnte doch gar kein Flugzeug sein, merkte ein Gast an, das blinkte doch auch gar nicht. Großes Erstaunen darüber, das erste Mal im Leben die Internationale Raumstation (ISS)  live am Nachthimmel gesehen zu haben.

Warum wir hier in Sankt Andreasberg eine Sternwarte haben, wurde jedem Besucher beim Anblick der Milchstraße in dieser Nacht klar. Und so war es mal wieder für alle ein Genuss: Natur pur (… bis 3 Uhr nachts).

Langzeitaufnahme des Nachthimmels mit einem langen, hellen Streifen als Bahn der ISS
Die ISS – „pünktlicher als die Bahn“ – manchmal alle 95 Minuten sichtbar.
Abbildung der Milchstraße von der Sternwate aus
Gibt es ein besseres Argument für den Standort einer Sternwarte?

Blick auf die Milchstraße über dem Gebäude der erleuchteten Sternwarte. Im Vordergrund der Beobachtungsplatz mit Teleskopen und Zelten.

Beleuchteter Glockenturm unter dem Firmament mit Milchstraße.
Nach so einer Nacht wissen unsere Besucher, warum hier in Sankt Andreasberg in 700m Höhe eine Sternwarte entstand. (Montage mit Glockenturm von Sankt Andreasberg)

Eine Begegnung der besonderen Art

Dem guten Kontakt zwischen der Sternwarte Sankt Andreasberg und dem Verein Andersicht e.V. – Kompetenz für hör- und tastsinnige Projektarbeit in Kiel – ist es zu danken, dass der Verein in diesem Jahr drei Tage in Sankt Andreasberg zu Gast war. Die Jahreshauptversammlung dieses sehr aktiven Vereins fand direkt neben der Sternwarte im Internationalen Haus Sonnenberg statt. Auch barrierefreie Unterkunftsmöglichkeiten konnten hier genutzt werden. Schon am Anreisetag gab es ein gemeinsames Abendessen mit dem Vorstand der Sternwarte im Speiserestaurant Fischer, bei dem sofort die Atmosphäre stimmte.

Der nächste Tag war eine besondere Herausforderung für die Referenten der Sternwarte. Sehbehinderten und blinden Menschen Inhalte, Themen sowie Bilder und Videos zu vermitteln, gelang dem Sternwartenteam mit viel Einfühlungsvermögen. Hilfreich waren dabei durchaus die ein oder andere Kritik sowie Verbesserungsvorschläge der Gäste. Nur in dieser Form der Zusammenarbeit kommt die Sternwarte ihrem Ziel näher, in Deutschland die erste barrierefreie Sternwarte zu werden.

Das einmalige Geschenk (Sachwert: 20.000 €) des Vereins Andersicht e.V. an die Sternwarte Sankt Andreasberg im vergangenen Jahr – die weltweit erste audio-taktile Himmelsscheibe – ist inzwischen bei vielen Gästen und Besuchern der Sternwarte ein beliebtes Medium zum Kennenlernen des  Sternenhimmels geworden.

Niels Luithardt erklärt die audiotaktile Himmelsscheibe vor mehreren Zuhöhrern
Niels Luithardt – Student und selbst blind – ist der Entwickler dieser ersten audiotaktilen Himmelsscheibe und erklärt gern anderen die Funktionsweise
Michal Woronowicz erklärt den blinden Gästen das geplante Vorhaben eine Sternenpfades im Harz
Michal Woronowicz erklärt den blinden Gästen das geplante Vorhaben eine Sternenpfades im Harz

Von der Reise zurück

Eine Reise dieser Art bekommt man selten geboten. Die Sternwarte Sankt Andreasberg machte es am Sonnabend, 6. Mai im Kurhaus Sankt Andreasberg möglich.

Sonne, Mond und Sterne – Eine Reise zu den Sternen und zurück – erlebten fast 100 „mitreisende“ Gäste, die z.T. sogar aus Hannover angereist waren.

Das  Trio zu Viert (Fagottistin Doris Schmidt, der Fagottist Martin Peter, der Bassgitarrist Albrecht Noetzel, der Gitarrist Karsten Richter sowie der Autor Werner Kieselbach) nahm die Besucher des Konzertes mit auf eine lyrisch-musikalische Reise zu den Sternen.

Karsten Richter erzählte und erläuterte die Tierkreiszeichen im Jahresverlauf. Er informierte über die dazu gehörigen Sternbilder und schilderte Interessantes aus Astronomie und Astrologie. Die Fagottisten trugen zu jedem der Tierkreiszeichen ein spezielles Musikstück vor. Während Karsten Richter die Sternbilder mit Fotografien visualisierte, spürten Martin Peter und Doris Schmidt mit ihren Fagotten den Sternbildern musikalisch nach.

Im zweiten Teil des Programms ging es von den Sternen zurück zur Erde. Die Zuschauer erfreuten  sich der musikalischen Leckerbissen aus verschiedenen Genres. Swingtitel wie „Moonriver“ oder „Fly me to the moon“ gehörten genauso zum Repertoire wie die Aufforderung an das Publikum zum gemeinsamen Singen. Der Autor Werner Kieselbach trug dazu ausgewählte Texte und Geschichten von Sonne, Mond und Sternen vor. Ob Goethes „Zauberlehrling“ oder Theodor Storms Märchen vom „Kleinen Häwelmann“ – auch hier war das Angebot breit gefächert. Die Zuschauer waren begeistert und werden auch durch diese astro-musikalische Reise die vielen weiteren Veranstaltungsangebote der Sternwarte Sankt Andreasberg gern besuchen.

Dass die Veranstaltungshinweise der Sternwarte Sankt Andreasberg in Zukunft noch mehr Menschen erreichen werden, verdanken wir auch der Unterstützung des Marketingbeirates der BTMG.

Zukunftstag für Schülerinnen und Schüler

22 Schülerinnen und Schüler vor dem Eingang der Sternwarte
22 Schülerinnen und Schüler besuchten die Sternwarte

Mehr als die Hälfte der zukünftigen Astronomen werden wohl weiblich sein. Einen himmlischen Tag erlebten 22 Schülerinnen und Schüler am 27. April in der Sternwarte Sankt Andreasberg. Ein sechsstündiges Programm des Sternwarten-Teams bot den Teilnehmern mehr Inhalte und Themen als an manchem Schultag.

Sie bekamen einen Einblick in Fachgebiete der Astronomie, lernten das Projekt der ersten barrierefreien Sternwarte Deutschlands kennen; verwandte Berufe wurden vorgestellt (Optiker Cronjäger von Brillen Rottler in Clausthal-Zellerfeld); nach einer Grillparty gegen Mittag gab es einen Einblick in mögliche Berufe der Weltraumfahrt von Matthias-Gruhn-Creutzburg; die Teilnehmer bekamen eine Anleitung in Astro-Software; Michal Koch und Reinhard Görke zeigten den erstaunten Schülern mit besonderen Teleskopen die Venus am helllichten Tage sowie Sonnenflecken auf unserem Zentralstern. Michal Woronowicz gab den interessierten Jugendlichen Einblicke in die Technik von Fernrohren; im kleinen Planetarium der Sternwarte liefen 3D-Projektion der wunderbaren Milchstraße über Sankt Andreasberg; ein besonderes Highlight war die weltweit erste audiotaktile Himmelsscheibe für blinde und sehbehinderte Menschen, die Reinhard Görke den Schülern erklärte und damit auch sensibilisierte, dass nicht alle Menschen gleich wahrnehmen können.

Der Zukunftstag 2017 an einer Sternwarte: Ein gelungener Tag auch für die berufliche Orientierung junger Menschen. Erstaunlich war die Resonanz auf die Frage, wer den Berufswunsch des Astronomen für sich in die engere Wahl zieht; mehr als ein Viertel der Schülerinnen und Schüler fand besonderes Interesse.

Reinhard Görke Erklärt im Vortragsraum vor einer Gruppe Schülern den Nachthimmel anhand einer Himmelsscheibe
Reinhard Görke Erklärt den Nachthimmel
Michal Koch steht hinter dem Sonnenteleskop und erklärt dessen Funktion während eine Gruppe von Schülern interessiert zuhört.
Michal Koch weist die Schüler in das Sonnenteleskop ein
Rheinhard Görke steht hinter dem Sonnenteleskop während eine Schülerin damit beobachtet
Rheinhard Görke zeigte den Schülern die Venus und Sonnenflecken

Astronomische Musikveranstaltung

… und schon jetzt die Ankündigung eines großes Musik-Events der Sternwarte St. Andreasberg am 6. Mai 2017, 17 Uhr im Kurhaus St. Andreasberg;

Karten  ab 9. März 2017 in den Tourist-Information St. Andreasberg, Braunlage und Hohegeiß sowie in der Sternwarte St. Andreasberg.

Sonne, Mond und Sterne – Eine Reise zu den Sternen und zurück

„Zu den Sternen und zurück“, so überschreibt das Trio zu Viert sein Programm. Und verblüffender Weise besteht das  Trio zu Viert aus vier Männern und einer Frau.

Hinter dem Trio zu Viert verbergen sich die Fagottistin Doris Schmidt, der Fagottist Martin Peter, der Bassgitarrist Albrecht Noetzel, der Gitarrist Karsten Richter sowie der Autor Werner Kieselbach, der auch einzelne musikalische Titel singt.

Die Zuschauer erwartet eine lyrisch-musikalische Reise zu den Sternen. Im ersten Teil des Programms stehen Karsten Richter von der Gifhorner Sternwarte und die beiden Fagottisten Doris Schmidt und Martin Peter im Mittelpunkt. Richter erzählt und erläutert die Tierkreiszeichen im Jahresverlauf. Er informiert über die dazu gehörigen Sternbilder und schildert Interessantes aus Astronomie und Astrologie. Die Fagottisten tragen zu jedem der Tierkreiszeichen ein spezielles Musikstück vor. Die hat der zeitgenössische belgische Komponist Luc Greten unter dem Titel „Astro-Fagotte“ geschaffen. Während Karsten Richter die Sternbilder mit Fotografien visualisiert, spüren Martin Peter und Doris Schmidt mit ihren Fagotten den Sternbildern musikalisch nach.

Im zweiten Teil des Programms geht es von den Sternen zurück zur Erde. Die Zuschauer dürfen sich auf musikalische Leckerbissen aus verschiedenen Genres freuen. Swingtitel wie „Moonriver2 oder „Fly me to the moon“ gehören genauso zum Repertoire wie die Aufforderung an das Publikum zum gemeinsamen Singen. Der Autor Werner Kieselbach trägt dazu ausgewählte Texte und Geschichten von Sonne, Mond und Sternen vor. Ob Goethes „Zauberlehrling“ oder Theodor Storms Märchen vom „Kleinen Häwelmann“ – auch hier ist das Angebot breit gefächert. Die Zuschauer jedenfalls dürfen sich auf einen schönen literarisch-musikalischen Abend freuen.

Hervorragende Teleskopspende

Groß war die Freude, als uns der Sternfreund Martin Hüttig aus Sehnde eine Teleskopspende aus Dänemark mitbrachte. Michael Koch fertigte einen entsprechenden Adapter für unsere Säulen und an diesem Wochenende konnten wir die ersten Beobachtungen damit machen: Ein hervorragendes Zeiss-Meniscas-Teleskop, das unser Verein nun besonders für Mond- und Planetenbeobachtung einsetzen wird.

Junger Mann beobachtet durchd as neue Teleskop.
Ein großartiges Geschenk von Jens Østergård Olesen. Wir sagen: Herzlichen Dank!
Østergård Olesen
Østergård Olesen

Jens Østergård Olesen – Biografie eines begeisterten Amateurastronomen und Förderers der Sternwarte

Jens Østergård Olesen wurde am 8. Februar 1927 in der Nähe von Århus in Dänemark geboren. Dort verbrachte er auch seine Kindheit und Jugend. Nach dem Ende der Schulzeit absolvierte er auf dem Lehrerseminar in Silkeborg ein pädagogisches Studium und wurde Realschullehrer. Seine Schwerpunktfächer wurden Biologie, Geografie und Deutsch. Nach Abschluss des Studiums begann er 1951 seine Arbeit als Lehrer  an der Realschule in Rønne auf Bornholm. Die Schule und die schöne Natur auf Bornholm sagten ihm zu, so dass Bornholm fortan zu seinem Lebensmittelpunkt wurde.

Schon in der Jugend erwachte sein Interesse an der Astronomie. Er las astronomische Bücher und bastelte sich aus Brillengläsern ein erstes, eigenes Fernrohr. Bald folgte mithilfe eines Handwerkers ein größeres Spiegelteleskop, dessen Spiegel in Handarbeit geschliffen wurde.  Auf Bornholm stellte er fest, wie dunkel der Himmel sein kann, inmitten der Ostsee, fernab von den großen Städten. Unter diesen bevorzugten Bedingungen entwickelte er sein Hobby zu voller Blüte. Als die wirtschaftlichen Verhältnisse zu Beginn der 60-ger Jahre besser wurden, kauften sich viele seiner Lehrerkollegen ein Auto. Nicht so Jens Østergård Olesen.  Er nahm all sein Geld zusammen und kaufte sich 1962 zum Preise eines Volkswagens das damals weltbeste Amateurteleskop: ein Meniscas-Teleskop hergestellt von der Firma VEB Carl Zeiss in Jena. Dieses Meniskas-Cassgrain-Spiegelteleskop mit einem Durchmesser von 150 mm und einer Äquivalentbrennweite von 2250 mm zeichnete sich durch seine erstklassige Optik aus. Eine bombenfeste, kaum mehr transportierbare Säule mit einer für die Ewigkeit gebauten Montierung sorgen für den festen Stand und spielfreien Antrieb. In seinem Garten abseits der Lichter von Rønne baute Jens Østergård Olesen  dafür eine komfortable Beobachtungshütte mit abschiebbarem Dach. Nun hatte er seine eigene Sternwarte.

Schon früh war bei Jens Østergård Olesen das Interesse erwacht, mit eigenen Beobachtungen zum wisenschaftlichen Kenntnisstand über das Weltall beizutragen. So schloss er sich der “Astronomisk Selskab” (Astronomische Gesellschaft) in Kopenhagen an und wurde ein engagiertes Mitglied in mehreren Arbeitsgruppen. Seine Arbeitsergebnisse stellte er auch internationalen, amateurastronomischen Organisationen zur Verfügung. Hier erfolgte die weitergehenden Auswertung und die Zusammenführung mit den weltweit verfügbaren Beobachtungen anderer Beobachter. Darüberhinaus stand er in Kontakt mit professionellen Astronomen der Sternwarte Århus (Dänemark) und mit Prof. Cuno Hoffmeister (Sternwarte Sonneberg, DDR).

Aus dem Kontakt mit Prof. Hoffmeister entstand die Anregung, an der systematischen Beobachtung nachtleuchtender Wolken teilzunehmen, deren Entstehung in den oberen Schichten der Mesosphäre auch heute noch nicht vollständig verstanden ist. Durch die Beobachtungen wollte man herausfinden, ob hier Material von Meteorströmen eine Rolle spielt, welches von der Erde in Gestalt von Sternschnuppen eingefangen wird. Diese Beobachtungen führte Jens Østergård Olesen seit dem Sommer 1959 über 5 Jahrzehnte lang ohne Unterbrechung durch. In thematischer Verbindung damit nahm Jens Østergård Olesen auch mit der systematischen Beobachtung von Sternschnuppen zur genaueren Erfassung von Meteorströmen teil.

Der Einsatz des  Zeiss-Teleskops erwies sich als besonders wertvoll für die Beobachtung veränderlicher Sterne. Zeitweilig beobachtete Jens Østergård Olesen in aufeinander folgenden Nächten den Helligkeitsverlauf von bis zu 25 Sternen. Insgesamt führte er mit diesem Teleskop etwa 30.000 einzelne Beobachtungen an einer Vielzahl veränderlicher Sterne durch.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Beobachtung von Sternbedeckungen durch den Mond und hier besonders die Ermittlung einer möglichst präzisen Zeit von Beginn und Ende der  Bedeckung. Diese Messungen dienten der genaueren Berechnung der Mondbahn und der Untersuchung, wie hoch einzelne Berge und Erhebungen auf dem Mond sind. Für eine Dauer von 10 Jahren war Jens Østergård Olesen Leiter der dänischen Arbeitsgruppe auf diesem Gebiet.

Neben diesen wissenschaftlich ausgerichteten Arbeiten war es für Jens Østergård Olesen stets auch ein Anliegen, seine Begeisterung an der Astronomie an seine Mitmenschen weiterzugeben.  So gab er Astronomiekurse für Schüler an seiner Schule und für Erwachsene an der Volkshochschule in Rønne. Diese Gruppen und andere interessierte Mitbürger waren in seinem Haus und in seiner Sternwarte stets willkommen.

Soweit es die Gesundheit im hohen Alter noch erlaubt, ist Jens Østergård Olesen auch heute noch mit Freude astronomisch tätig. So nimmt er weiterhin an den Beobachtungsprogrammen von leuchtenden Nachtwolken und Meteorströmen teil. Beobachtungen am Fernrohr sind ihm allerdings nur noch stark eingeschränkt möglich.

Jens Østergård Olesen hat sich deshalb entschlossen, sein bestes Fernrohr an die nächste Generation von Amateurastronomen weiterzugeben. Er gab es als Geschenk an die neu entstehende Sternwarte in Sankt Andreasberg. Trotz des intensiven Gebrauchs ist die Qualität des Fernrohrs nach wie vor vorzüglich. Einige Renovierungsarbeiten sind jedoch erforderlich, um es auch äußerlich zu neuem Glanz zu bringen.

In eigener Sache (Martin Hüttig)

Es ist einer Reihe von glücklichen Zufällen des Lebens zu verdanken, dass ich Jens Østergård Olesen kennengelernt habe. Angefangen hatte alles bei einer dreiwöchigen Wandertour auf Grönland. Hier lernte ich meine spätere Frau kennen, eine  Dänin, die auf Bornholm ihr zuhause hatte. Seitdem ist Bornholm für mich eine zweite Heimat geworden. Wie Jens Østergård Olesen bin auch ich der Astronomie seit meiner Jugend eng verbunden. Auch mich fasziniert in dunklen Nächten der herrliche Sternhimmel über Bornholm, so dass ich gerne auch mein eigenes Fernrohr mit auf die Insel bringe.

Von Jens Østergård Olesen und seiner Sternwarte hatte dann zuerst meine Schwiegermutter auf Bornholm im Radio gehört. Eines Tages sandte sie mir einen Artikel aus der lokalen Zeitung  ”Bornholmeren” nach Deutschland zu, von dem sie wusste, dass er mein Interesse finden würde. Es war ein ganzseitiger Artikel über Jens Østergård Olesen, verbunden mit der Einladung an alle Interessierten, am ”Tag der Astronomie” im September 1993 zum Beobachten zu seiner Sternwarte zukommen. Ich war zu diesem Zeitpunkt leider nicht auf Bornholm. Es bedurfte dann noch eines weiteren Zeitungsartikels als Anstoß, bis ich im Jahr 2004 endlich zum Telefonhörer griff und mit Jens Østergård Olesen Kontakt aufnahm. Seitdem war ich mehrfach zu Gast im gemütlichen Hause Olesen und wir haben uns nicht nur über astronomische Belange sehr intensiv ausgetauscht.

Im fortgeschrittenen Alter konnte Jens Østergård Olesen sein Teleskop nicht mehr wie früher nutzen und überlegte, es abzugeben. Nun kam ich selbst in Gedanken, ob ich das Fernrohr nicht erwerben und auf Bornholm aufstellen könnte. Ich musste mir aber eingestehen, dass ich zu selten auf Bornholm bin, um diesen historischen Schatz auch wirklich gut zu nutzen. Und oft macht das Wetter dann auch noch einen Strich durch die Rechnung. So bin ich sehr froh, dass ich den Kontakt zur Sternwarte Sankt Andreasberg herstellen konnte. Jens Østergård Olesen bedurfte keiner langen Überlegung, um der Sternwarte sein Teleskop als Geschenk anzubieten. Im April 2015 durfte ich es für die Sternwarte nach Deutschland mitnehmen. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Fernrohr hier in besten Händen ist und den Mitarbeitern der Sternwarte und ihren Besuchern noch viel Freude bereiten wird.

Mondaufnahme vom 07.08.2016
Mondaufnahme vom 07.08.2016

Einen großen Dank noch einmal an Jens Østergård Olesen und Martin Hüttig!