Wann haben Sie das
letzte Mal einen Himmel voller Sterne gesehen? Für die meisten von uns
ist der erhabene Anblick eines mit Sternen übersäten Nachthimmels alles
andere als alltäglich. Die zunehmende nächtliche Beleuchtung von
Straßen und Gebäuden sowie der Einsatz von Skybeamern,
die den nächtlichen Himmel als kostenfreie Werbefläche missbrauchen,
haben vielen Menschen die Sicht auf unser Universum bereits
genommen.
Diese so genannte Lichtverschmutzung
beraubt uns aber
nicht nur eines unserer wichtigsten Kulturgüter, sie stellt auch eine
ernste Gefahr für Mensch und Tier dar. Millionen von Insekten kommen in
Deutschland jede Nacht in Straßenlampen zu Tode, Zugvögel werden vom
hellen Licht abgelenkt und verlieren die Orientierung. Die schädlichen
Auswirkungen übermäßiger nächtlicher Beleuchtung auf dutzende
nachtaktiver Spezies - vom Frosch bis hin zur Seeschildkröte - konnten
mittlerweile dokumentiert und nachgewiesen werden. Sogar auf den
Menschen soll zuviel nächtliches Kunstlicht negative Auswirkungen
haben, da es die Melatonin-Produktion unterdrückt und damit die
Wahrscheinlichkeit erhöht, an bestimmten Karzinomen zu erkranken.
Am Ende schadet zuviel Beleuchtung allen Lebensformen auf unserem
Planeten,
da der Energieverbrauch einen nicht unerheblichen Teil zur Veränderung
des Klimas beiträgt. Etwa 12 Millionen Tonnen CO2 - so schätzt der VDI
- werden in Europa jedes Jahr in die Atmosphäre freigesetzt, um die
benötigte Energie allein für die öffentliche Straßenbeleuchtung zu
produzieren.
Der Harz als "Sternenschutzreservat"
Die
zunehmende Lichtverschmutzung hat dazu geführt, dass viele Astronomen
mittlerweile die Einrichtung von Sternenparks fordern -
Sternenschutzreservaten, in denen auch Menschen aus den Ballungsräumen
noch den "echten" Sternenhimmel erleben können. Ein solcher Sternenpark
hilft damit nicht nur der Astronomie, sondern kann darüber hinaus
die Attraktivität einer Urlaubsregion
auch ganz erheblich steigern. Und
was läge näher als einen solchen Park dort einzurichten, wo die Natur
ohnehin schon auf besondere Weise geschützt wird und sich zudem die
nächtliche Beleuchtung (noch) in Grenzen hält - in unseren
Nationalparks.
Darum fordern wir: Der
Nationalpark Harz soll zum Sternenpark ernannt werden!
Eine
solche Forderung ist natürlich leichter aufgestellt als umgesetzt, denn
an einen Sternenpark werden hohe astronomische wie auch
ökologische
Anforderungen gestellt. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass es uns
gemeinsam gelingen kann, unserem Harz diesen ganz besonderen
"Ehrentitel" zu erkämpfen - durch Lobbyarbeit in der Politik sowie viel
Aufklärungs- und Bildungsarbeit in Sachen "Lichtverschmutzung".
Dabei
kann jeder mithelfen, dem dieses Thema ebenso am Herzen liegt wie uns.
Wie man Mitglied in unserem Förderverein wird, erfahren Sie auf der
Subseite "Über uns",
weitere Informationen lassen wir Ihnen gerne jederzeit zukommen - eine
kurze E-Mail an koolen et sternwarte-sankt-andreasberg.de
genügt. Lokale Projekte zur Reduzierung der Lichtverschmutzung
unterstützen wir dabei natürlich ebenso gerne wie den "Kampf" gegen
besonders schlechte Straßenbeleuchtung, Skybeamer etc.
Gemeinsam
gegen Lichtverschmutzung
Wer unser Anliegen bei Facebook unterstützen möchte, ist dazu
eingeladen, sich der neuen Facebook-Gruppe "Gemeinsam
gegen Lichtverschmutzung"
anschließen. Hier werden auch regelmäßig neue Informationen zum Stand
der Lichtsmog-Forschung gepostet und auf Online-Abstimmungen zum Thema
aufmerksam gemacht.